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Kann man die Zeit wirklich managen?

Alexander Hetzel • Dienstag, 9. Juni 2009

Der erste Artikel hier auf Trusting Time stellt gleich alles in Frage. Kann man die Zeit wirklich managen? Oder ist das vielleicht alles Unfug, was wir hier treiben? Scharlatanerie, wenn man so will?

Die Zeit ist etwas Natürliches. Wir haben keinerlei Einfluss auf sie. Sie verstreicht in ihrem ganz eigenen Rhythmus und jedem steht dieselbe Anzahl von Stunden pro Tag zur Verfügung. Dass die Zeit manchmal schneller und manchmal langsamer vorbeigeht, ist dabei rein subjektiv. In einem Wartezimmer empfinden wir die Zeit oft als sehr langsam und wir versuchen dann auch schon mal, die Zeit totzuschlagen. Aber fassen Sie mal auf eine heiße Herdplatte (nein, bitte nicht nachmachen!), dann können sich Sekunden wie Stunden anfühlen.

Dennoch ist diese Sichtweise rein subjektiv und der Sekundenzeiger schreitet immer im gleichen Takt voran. Kann man die Zeit dann objektiv gesehen wirklich “managen”? Etwas zu managen bedeutet, es zu verwalten, zu ordnen, zu organisieren. Dies kann man mit festen Objekten tun, aber auch mit variablen. Will heißen: Auch wenn etwas fest vorgegeben ist, kann man es organisieren. Ich möchte sogar so weit gehen und sagen: Es ist unsere Pflicht, das zu tun!

Überlegen wir einfach mal, was wäre, wenn wir die Zeit nur dahinplätschern lassen würden. Wir würden ihr ihren natürlichen Lauf lassen und uns gar nicht um sie kümmern. Das hätte noch nicht mal zu Zeiten funktioniert, wo die Menschen noch nicht sesshaft waren. Auch damals gab es schon bessere Tageszeiten zum Büffeljagen und zum Schlafen. Wie soll das dann in unserer heutigen, modernen Welt funktionieren? Dort müssen wir morgens zur Arbeit erscheinen, haben zwischendurch (wenn es der Chef zulässt) noch einen Arzttermin, müssen nachmittags die Kinder aus dem Kindergarten holen, den Termin zum schicken Abendessen mit dem Partner einhalten und rechtzeitig ins Bett gehen, damit wir den nächsten Tag nicht herumhängen wie ein Schluck Wasser in der Kurve.

Stellen Sie sich nun einmal vor, Sie würden Ihre Zeit nicht organisieren. Morgens würden Sie zunächst verschlafen und zu spät zur Arbeit kommen. Ihr Chef hätte mit Sicherheit kein Verständnis mehr dafür, dass Sie zum Arzt gehen — das ist aber auch nicht so wichtig, weil Sie diesen Termin ohnehin nicht eingeplant hatten. Ihre Kinder warten einsam und enttäuscht vor dem Kindergarten, denn niemand holt sie ab. Ihr Partner ist wütend, weil Sie sich doch eigentlich um 20 Uhr vor dem edlen Restaurant treffen wollten, in dem er Ihnen vor einem Jahr einen Heiratsantrag gemacht hat (Sie haben Recht, das ist natürlich nicht sehr originell). Wann Sie ins Bett gehen ist Ihnen egal. Da Sie aber eine Nachteule sind, bleiben Sie noch bis 3 Uhr wach. Und was passiert am nächsten Morgen? Richtig, Sie verschlafen wieder. Und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Das mag vielleicht arg überzogen klingen, aber so in etwa können Sie sich einen Tag vorstellen, an dem Sie Ihre Zeit einmal nicht managen. Wir organisieren unseren Tag also täglich; alleine schon dadurch, dass wir zu einer bestimmten Zeit aufstehen und zur Arbeit gehen, indem wir Termine wahrnehmen und Rituale pflegen. Wir sind uns nun also einig, dass man Zeit sehr wohl managen kann. Und dass man das auch tun sollte (vorausgesetzt, man legt Wert auf einen Job, auf Freunde und auf seinen Partner). Die nächste Frage lautet also: Wozu brauchen wir dann noch Hilfe beim Zeitmanagement?

Nun ja, wie so viele Dinge im Leben ist auch das Zeitmanagement nicht immer leicht. Wie jeder Mensch sich irgendwie zur Musik bewegen kann, kann nicht jeder gleich Tanzen. Hierfür brauchen wir eine Anleitung. Denn unser Tag läuft nicht immer gleich ab, was zugegebenermaßen auch etwas langweilig wäre. Der Joballtag sieht eher so aus, dass wir mehr Aufgaben haben, als wir eigentlich bewältigen können. Hinzu kommen gegebenenfalls noch ein Haushalt, Freunde, Kinder, ein Partner und allerlei private Verpflichtungen. Es ist nicht immer einfach, da noch den Überblick zu behalten. Hinzu kommen noch weit verbreitete Probleme, wie zum Beispiel die so genannte “Aufschieberitis”. Sie kennen das vielleicht?

Um seinen Alltag wieder in den Griff zu bekommen, ja genau dafür gibt es das Zeitmanagement. Oft wird denjenigen, die eine hilfreiche Anleitung suchen, jedoch vorgegaukelt, man müsse Herr über die Zeit werden oder andere Hirngespinste. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Dass wir nicht Herr über die Zeit werden können ist schon dadurch bedingt, dass sie naturgegeben ist. Wir können uns nur bemühen, unsere Zeit sinnvoll zu nutzen.

Sinnvoll bedeutet hierbei allerdings nicht, dass wir anstreben, immer mehr Aufgaben in immer weniger Zeit zu erledigen. Das ist definitiv nicht der Sinn von Zeitmanagement! Das ist lediglich der sichere Weg zum Burnout (noch so ein aktuelles Modewort). Zeitmanagement bedeutet, sich seine Zeit so einzuteilen, dass man dadurch Lebensqualität gewinnt. Lebensqualität können Sie aber nur gewinnen, wenn Sie eben nicht den ganzen Tag bis spät in die Nacht arbeiten und Ihre Freizeit auf ein Minimum reduzieren.

Klar, das lässt sich so einfach sagen. Was macht denn ein Top-Manager oder ein Staranwalt oder ein Arzt im Krankenhaus? Da werden Schichten geschoben bis tief in die Nacht. Zunächst lässt sich dazu sagen, dass nicht jeder einen derartigen Beruf ergreift oder ergreifen sollte. In der Regel sind dies sehr stressresistente Menschen — was nicht heißt, dass das ein guter Lebensstil ist. Manche Menschen fahren eben nach der Strategie, dass sie einige Jahre sehr hart arbeiten, um dann genügend Geld zu haben, damit sie einen etwas ruhigeren Job ausüben können. Da spricht grundsätzlich nichts gegen, auch wenn man die gesundheitlichen Risiken natürlich sorgfältig abwägen sollte.

Doch auch eben jene Berufsgruppen benötigen ein gutes Zeitmanagement. Es besteht eben noch ein großer Unterschied zwischen einem gelassenen Manager, der 16 Stunden arbeitet und einem gestressten Manager, der 16 Stunden arbeitet. Die Chance, dass Sie ein solches Vorhaben halbwegs gesund überstehen, steigt immens, wenn Sie nicht in zu viel Stress geraten. Und genau diesen Stress können Sie mit einem guten Zeitmanagement reduzieren.

Zeitmanagement ist allerdings keine Hexerei. Es ist kein Zauberspruch, der alle Aufgaben plötzlich nur noch halb so schwierig erscheinen lässt und durch den sie nur die Hälfte der Zeit beanspruchen. Beim Zeitmanagement setzen Sie Prioritäten — das bedeutet auch, dass Sie ab und an mal “Nein” sagen. Ach so, Ihr Chef setzt Ihre Prioritäten fest und Sie haben keinen Einfluss darauf? Sie haben vielleicht keinen Einfluss auf die firmeninternen Prioritäten, aber Sie können mit Ihrem Chef offen reden (wenn das nicht möglich ist, sollten Sie vielleicht mal über einen Jobwechsel nachdenken). Wenn Ihr Chef ehrlich zu Ihnen und zu sich selbst ist, wird es ihm lieber sein, wenn Sie die wichtigen Dinge gut erledigen, anstatt eine Fülle von Dingen mittelmäßig und gestresst. Gute Unternehmen setzen schon seit Jahren darauf, dass ihre Mitarbeiter Sorgfalt an den Tag legen und vor allem, dass sie auch gesund bleiben. So werden Sportprogramme bezahlt, in vielen gibt es sogar eigene Fitnessstudios. Der Arbeitnehmer soll gesund bleiben, damit er dem Unternehmen noch lange dienen kann.

Zeitmanagement ist allerdings noch viel mehr als nur ein A, B, C oder D neben seine Aufgaben zu setzen. Es wird enorm viel Zeit dadurch verschwendet, dass Aufgaben in einer wenig sinnvollen Reihenfolge abgearbeitet werden. Oder dadurch, dass sie schlecht beziehungsweise gar nicht geplant werden. Sie sehen, selbst wenn Sie keinerlei Einfluss auf die Menge Ihrer Arbeit haben, können Sie sie mit guten Zeitmanagementmethoden dennoch bewältigen.

Wir sind nun zwar etwas vom Thema abgewichen, aber das war auch von mir so beabsichtigt. Wenn wir danach fragen, ob man die Zeit wirklich managen kann, dann müssen wir auch danach fragen, ob das sinnvoll ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es immer sinnvoll ist, seine Zeit zu organisieren. Was passiert, wenn Sie das nicht tun, haben Sie ja weiter oben gelesen — das hoffe ich zumindest, nicht dass Sie einfach bis zum letzten Absatz gesprungen sind in der Hoffnung, ich würde hier noch mal alles kurz und knapp zusammenfassen; mache ich nämlich nicht. ;-) Es ist also durchaus möglich, seine Zeit zu managen und es ist sogar unabdingbar.

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Alex

Hallo lieber Besucher, mein Name ist Alexander Hetzel und ich bin der Betreiber dieser Internetpräsenz. Ich beschäftige mich seit 2004 intensiv mit dem Thema Zeitmanagement und habe im Jahre 2008 begonnen, mein eigenes System zu entwickeln. Herausgekommen ist Trusting Time. In Einzelseminaren bringe ich Ihnen dieses System gerne bei! Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Lektüre meiner Artikel.
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